Zentrales Mahnmal für die Hexenverfolgung

18. November 2014

Anfang November haben wir im Stadtrat beantragt, dass ein zentrales Mahnmal für die Hexenverfolgung in der Stadt und im Hochstift Würzburg errichtet wird.
Hiermit soll eine aktive Erinnerungskultur zu diesem Teil der Stadtgeschichte etabliert werden.

Wir stehen für einen offenen und sichtbaren Umgang mit der Geschichte unserer Stadt. Wenn sich die BewohnerInnen dieser Stadt mit der Benennung von Plätzen und Straßen, mit der Errichtung von Denkmälern und der Widmung von Bildungseinrichtungen gerne auf deren große Geschichte als fürstbischöfliche Residenz berufen, so muss auch eines der dunkelsten Kapitel der Stadtgeschichte im öffentlichen Raum einen Platz finden: Die Verfolgung, Verurteilung und Hinrichtung von über 200 Menschen allein in der Stadt Würzburg (und rund 900 im Hochstift Würzburg) als sogenannte Hexen.

Der Höhepunkt der Verfolgungen im 16. und 17. Jahrhundert fällt in die Regentschaft einiger der bekanntesten Würzburger Fürstbischöfe, u.a. der des Universitätsstifters Julius Echter von Mespelbrunn. Das Würzburger Hochstift gilt dabei als eine der Hochburgen der Hexenverfolgung in Süddeutschland.

Dennoch fehlt es bisher in der Stadt an Orten der Erinnerung für dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die meisten der Prozesse fanden auf dem unteren Markt vor der Marienkapelle statt. Bei den Bauarbeiten für die Marktgarage in den 1970er Jahren wurden hier zudem Überreste der Scheiterhaufen gefunden. Weitere Verbrennungen fanden – meist nach vorheriger Verurteilung und Enthauptung der Opfer am Markt – auf dem Sanderrasen statt.

Mit einem Denkmal und dessen Begleitung durch eine aktive Erinnerungskultur soll der Opfer der Hexenprozesse gedacht werden.