Ein echter Kompromiss mit Licht und Schatten

25. Oktober 2021

Alexander Kolbow: „Dem Verkehrskonzept fehlt die soziale Komponente!“

Die SPD-Stadtratsfraktion hat in ihrer Fraktionssitzung am 18.10.2021 das interfraktionelle Verkehrs- und Parkkonzept mehrere Stunden beraten. Dabei wurde deutlich: „Das interfraktionelle Verkehrs- und Parkkonzept ist ein echter Kompromiss mit Licht und Schatten“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Kolbow. „Grundsätzlich geht der Kompromiss eindeutig in die richtige Richtung, aber dem Konzept fehlt die soziale Komponente“, so Kolbow weiter. Aus Sicht der SPD-Stadtratsfraktion geht das Konzept zu Lasten von Arbeitnehmerinnen aus der Region, die als Einpendlerinnen auf das Auto und einen bezahlbaren Abstellplatz angewiesen sind. „Hierfür muss besonders der Preis für den ÖPNV sinken und die Netzabdeckung in der gesamten Region deutlich verbessert werden“, begründet Kolbow.

Die SPD-Stadtratsfraktion hat in Ergänzung zum interfraktionellen Konzept vier eigene Anträge bei der Stadtverwaltung eingereicht:

Der Stadtrat möge beschließen:

  1. Die Stadt Würzburg setzt sich in allen Gremien der WSB, WVV, VVM, Regiopolregion Mainfranken und im Bayerischen Städtetag für ein 365-Euro-Ticket für Erwachsenen mit einer einzigen Tarifzone im gesamten VVM ein.

  2. Die Stadtverwaltung erarbeitet bis spätestens zum Ende des zweiten Quartals 2022, gemeinsam mit dem Landkreis ein einheitliches transparentes Tarifkonzept, um Park&Ride-Angebote attraktiver zu machen. Das Konzept soll sowohl Gruppentickets im ÖPNV, als auch Monats und/oder Wochentickets für Pendler*innen beinhalten. Perspektivisch soll das Konzept auf das gesamte Gebiet des VVM ausgeweitet werden.

  3. Die Stadt Würzburg führt ein Sozialticket „Würzburg Pass“ für den Öffentlichen Personennahverkehr, sowie städtische Kultur- und Freizeiteinrichtungen ein. Hierzu prüft die Stadtverwaltung unterschiedliche Sozialtickets für unterschiedliche Anspruchsberechtigte und legt dem Stadtrat im 2. Quartal 2022 mehrere alternative Konzepte als Grundlage für eine Beschlussfassung vor.

  4. Die Stadtverwaltung erarbeitet bis spätestens zum Ende des zweiten Quartals 2022 unter Einbeziehung von Firmen und Verbänden ein Konzept zur Umsetzung der Idee von Micro-Hubs.

„Wir sind gespannt, ob sich die Fraktionen des interfraktionellen Bündnisses konstruktiv zu unseren Anträgen verhalten und diese in einem ersten Schritt weiterverfolgen“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Kolbow. „Davon ist sicher auch abhängig, wie sich die weitere Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen in Zukunft gestaltet. Schließlich ist klar, dass es bei den oben genannten Anträgen auch große Schnittmengen zu vielen anderen Fraktionen gibt“, so Kolbow weiter. „Eine sozial ausgestaltete Verkehrswende ist jedenfalls nicht vorstellbar, wenn man die SPD nicht an der Erarbeitung der Konzepte beteiligt“, ist Kolbow überzeugt.

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